Donnerstag, 22. März 2012

Membran

Sobald Du meine Hand erfasst,
ändern sich
die Farben,
die Töne
der Welt.

Unsere Leben
spielen in einer Seifenblase.
Hier ist alles anders.
Farbenfrohe Heiterkeit,
temperamentvolle Launen,
unterhaltsame Kurzlebigkeit.

Diese Blase ist mein Zuhause,
denn wie wird es
lauthals von Musikern besungen.
Home is where your heart is

Die hauchdünne Membran
schützt die Welt zudem vor mir.
Sonst müsste ich
Baum
Strauch
oder auch jede Ente umarmen.

Um der Welt zu danken,
dass ich Dich
mein Eigen
nennen darf.

Sonntag, 29. Januar 2012

Papierflieger

Ich schrieb Sinnvolles,
Schwachsinn,
manchmal Witziges,
Floskeln,
wahre Geschichten,
Lügen, die auch Geschichten sind,
seriöse Briefe,
sogar Gedichte.

Aber heute,
da war die Zeit
zu knapp.
Nicht meine Schuld,
ich drehe nicht an
den Zeigern.
Sie schubsen mich
beim Vorbeirennen.

Nun bist du fort
und hast keinen Brief von mir.
Keinen, der als Talisman dienen kann.
Damit Dein Herz nicht den Verstand ärgert.

Der Brief sollte
ein Flugzeug
sein.
Ein Papierflieger.
Damit dein Herz
bei mir ist.




Sonntag, 25. Dezember 2011

Lobeshymne auf die Normalität

Die Normalität ist ein selten gern gesehener Gast. Man nennt sie auch Alltag und Langeweile. Bei vielen scheint das auch zuzutreffen. Sie öden sich selbst an mit ihrer Antriebslosigkeit. Oder sie sind so motiviert, aber ihr Umfeld zieht sie zurück auf das graue Sofa mit den ewig gleichen Löchern in der Decke. Ab und zu macht das ja Spaß, die Löcher zu betrachten, es hat was von Wolkenformen raten.
Normalität ist das Beste, was geschehen kann. Sie hält die Menschen im Griff und ich liebe sie. Vielleicht auch deshalb, dass man zwar beim oberflächlichen Betrachten der Gegebenheiten sich wünscht, das alles, alles, wirklich a-l-l-e-s aufregender sein sollte. Du, Ich, die Musik, das Essen,... Halt alles, wie auch das Leben. Streng dein Köpfchen an. Obwohl, ne, steht dir nicht so. Das Grübeln. Das Grübeln lenkt auch ständig ab. Zurück zur Normalität und die Lobhymne:

>>Willkommen liebe Normalität! Sorry, dass ich mich nicht gemeldet habe,
 aber die Realität war bei mir zu Gast <<



Montag, 19. Dezember 2011

Das blaue Pferd

spritzig weißblaubraun
springbrunnen glücklich
spielwiese 100.000 quadratkilometer groß
zu klein
dann wild tollend
mal schäumend wütend
sanft kräuselig
ab und zu
am strand ein poltergeist
nass von der gischt
wind als spielgefährte
sonnenheißgewärmt
du unbändiger
ungezähmter
erfrischender freund

Sonntag, 27. November 2011

Für meine Muse

Ich kann nur schreiben, wenn du, liebe Muse, mich erzürnst. Doch ich bevorzuge im Einklang mit dir zu leben. Meine Kreativität bedeutet mir ein Nichts im Vergleich zur Harmonie mit dir. Ich bette dich in meinem Herzen auf Rosenblättern. Aber nur für kurze Zeit, denn ich bin nicht zum Lieben geboren und der Kitsch, der damit einhergeht bringt mir nur Unwohlsein.